Zehntes Sparkassen-Tourismusbarometer für Schleswig-Holstein vorgestellt
Monitoring-Instrument der Sparkassen hoch geschätzt
Den Auftakt der Veranstaltung in der Sparkassenakademie bildete der mitreißende Vortrag „Schleswig-Holstein – Zwei Horizonte“ des bundesweit bekannten Slammers Jasper Diedrichsen, der den Teilnehmern in kleinen und großen poetischen Bildern verdeutlichte, was es heißt, Heimatgefühl zu entwickeln und stolz zu sein auf die eigene Herkunft. Dass man auch auf zehn Jahre Sparkassen-Tourismusbarometer stolz sein könne, betonte Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein in seiner Begrüßungsrede. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Land. Mit dem Tourismusbarometer leisten die Sparkassen seit zehn Jahren ihren Beitrag, um den Tourismusstandort Schleswig-Holstein zu stärken. Und was gut ist für den Tourismusstandort, ist auch gut für die Einwohner des Landes!“ so Boll.
„Die Zahlen und Branchenthemen des Sparkassen-Tourismusbarometers waren in all den Jahren immer Impulsgeber für die Touristiker im Land“, erklärte Frank Behrens, stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes. Und Lob fand auch Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein: „Dieses Monitoring-Instrument hat im besonderen Maße dabei geholfen, frühzeitig auf neue Entwicklungen reagieren zu können!“
Dass Schleswig-Holsteins Tourismus auf Erfolgskurs ist, bestätigte danach der Tourismusforscher Prof. Mathias Feige vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr e. V. (dwif) aus Berlin. „Mit 6,1 Millionen Gästen wurde eine neue Rekordmarke aufgestellt. Es entspricht einem Anstieg von 2,4 Prozent. Und auch die Gästezufriedenheit ist hoch.“ Die Treiber für diese positive Entwicklung waren vor allem der Städtetourismus und die Gäste aus dem Ausland. Der Marktanteil der Ausländer an allen Übernachtungen stieg in den vergangenen zehn Jahren von vier auf sechs Prozent. Blieben 2001 rund 900.000 ausländische Gäste über Nacht im Land, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1,5 Millionen.
Sorge bereitet den Touristikern allerdings, dass die Förderungen mit EU-Mitteln im Tourismusbereich ab 2014 drastisch reduziert werden könnten. Laut Staatssekretärin Dr. Zieschang sind seit 2006 rund 90 Millionen Euro Fördermittel in die Tourismusinfrastruktur investiert worden. Für 2012 stünden weitere 15 Millionen Euro zur Verfügung, die zusätzliche private Investitionen in Höhe von etwa 30 Millionen Euro auslösen würden.
Dass Förderungen nachhaltige Effekte auslösen können, bestätigte auch Markus Seibold vom dwif während seiner Ausführungen zum Branchenthema 2012: Zukunft von Tourismusförderung und -finanzierung. „Zwischen 2008 und 2011 betrug die einzelbetriebliche Förderung rund 29 Millionen Euro. 119 Betriebe haben davon profitiert und ein Investitionsvolumen von 232 Millionen Euro bewegt. Dadurch wurden 562 neue Arbeitsplätze geschaffen und 1.277 bestehende gesichert“, so Seibold.
Als Paradebeispiel für eine gelungene Tourismusförderung nannte er das Ostseebad Scharbeutz, in dem rund 24,9 Millionen Euro (davon rund 15,6 Millionen Euro Fördermittel) in die Neugestaltung der Strandpromenade und in den Küstenschutz investiert wurden. Von 2003 bis 2011 stieg die Zahl der Übernachtungen in Scharbeutz um zwei Prozent, die der Ankünfte um 38 Prozent und der Tourismusbeitrag um 25 Prozent. „Das Beispiel zeigt: Es gibt viele positive Auswirkungen der Tourismusförderung“, sagte Seibold. „Der Tourismus in Schleswig-Holstein weist gute Zahlen auf, befindet sich aber noch immer mitten in der Aufholjagd. Insofern sind Investitionen in Infrastruktur, Produkte und Marketing weiterhin unerlässlich“ resümierte Prof. Feige und ergänzte: „in zehn Jahren Sparkassen-Tourismusbarometer hat sich der Tourismusstandort Schleswig-Holstein positiv entwickelt. Lassen sie nicht nach! Investieren sie weiter!“