Sparkassen in Schleswig-Holstein fördern die „Barrierefreie Schule“

Akzeptanz und Gleichberechtigung zu schaffen – das ist das erklärte Ziel des landesweiten Projekts „Barrierefreie Schule“ der Lebenshilfe Schleswig-Holstein. Zweieinhalb Jahre hat eine Projektgruppe von Vertretern des Bildungsministeriums und der Förderzentren aus Schleswig-Holstein an den Materialien gearbeitet, das dem „Barrieredenken“ in den Schulen Schleswig-Holsteins entgegen wirken soll.  Bei einem offiziellen Termin in der Sparkassenakademie Kiel wurden die fertigen Materialien nun an Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug übergeben. Kinder der dritten Klasse der Schule am Göteborgring probierten sie vor Ort aus. Die Sparkassen unterstützen das Projekt mit 25.000 Euro aus den Mitteln ihrer Lotterie.

Für Reinhardt Hassenstein, Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, spiegelt sich in der Förderung des Projektes das gesellschaftliche Engagement der Sparkassen für ein besseres Miteinander: „Die Sparkassen engagieren sich traditionell für ihre Region und übernehmen Verantwortung für die Menschen, die dort leben. Wir empfinden es als unsere Verpflichtung, gerade diejenigen zu unterstützen, die in besonderem Maße auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Gerne haben wir unseren Beitrag dazu geleistet, dass Kindern mit Behinderungen durch den barrierefreien Schulbesuch ein wichtiger Schritt ins Leben ermöglicht wird.“


Dr. Karen Strehlow, Geschäftsführerin des Lebenshilfe Landesverbandes betonte die Dringlichkeit des Projektes und dankte den Sparkassen für ihre Unterstützung. Denn noch stehe ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft dem Vorhaben einer inklusiven Schule kritisch gegenüber. Umso wichtiger sei daher das Projekt „Barrierefreie Schule“: „Es kann auf eine sehr konkrete Weise Bewusstseinsprozesse unter Schülern Lehrern und indirekt auch Eltern in Gang bringen.“


In 14 Plastikboxen sind die didaktischen Materialien mit unterschiedlichsten Funktionen zusammengestellt und verschiedenen Themen zugeordnet: dem Hören, Sehen und Fühlen sowie der körperlich-motorischen und der geistigen Entwicklung. Die „Barriboxen“ enthalten u. a. einen sprechenden Wecker, einen Hörparcours oder eine Kommunikationshilfe. Ein umfangreiches Handbuch erklärt den Einsatz im Unterricht, stellt Aufgaben, Spiele und Reflexionseinheiten vor. Durch die Einbettung in eine märchenhafte Rahmenhandlung können sich Kinder spielerisch und auf positive Weise mit dem Thema Behinderung auseinandersetzen, wie die Kinder von der Grundschule am Göteborgring an diesem Tag zeigten. Neugierig und aufgeweckt erkundeten sie die Materialien.

Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug hob hervor: „Die inklusive Schule soll weitgehend barrierefrei sein, so dass Kinder mit Behinderungen ohne Probleme daran teilhaben können. Das werden wir nicht von heute auf morgen hinkriegen. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, welche Hindernisse bestehen und wie sie ausgeräumt werden können“, sagte Klug. „Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von Menschen mit Behinderung, ihren Verbänden und anderen Akteuren der Bürgergesellschaft.“

Die Materialien sind für die Klassenstufen eins bis fünf konzipiert und können entweder im Rahmen von Projekttagen eingesetzt oder in den Unterrichtsalltag integriert werden. Bis zum Jahresende soll das didaktische Handbuch in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt werden und Anfang 2012 in den Schulen zum Einsatz kommen. Die „Barriboxen“ können dann bei den zuständigen Förderzentren bestellt werden.