Natura 2000 

Sport und Naturschutz: Sparkassen unterstützen Informationskampagne des Landessportverbandes

„Es gehört zum Selbstverständnis der Sparkassen, Verantwortung für unser Land zu übernehmen, sei es im kulturellen, sozialen oder sportlichen Bereich. Dieses Jahr haben wir einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Umwelt gesetzt. Wir freuen uns, dazu beitragen zu können, dass Schleswig-Holsteins unverwechselbare Naturgebiete auf Basis freiwilliger Vereinbarungen durch den Sport rücksichtsvoll genutzt werden können. Das ist gut für den Sport, gut für die Umwelt und gut für die Attraktivität unseres Bundeslandes“, sagte Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

Beide Informationssysteme sind eine direkte Folge der „Freiwilligen Vereinbarungen“, die 2008 vom Landessportverbandes und dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein unterzeichnet wurden. Bundesweit einmalig regeln diese Nutzungsverträge Art und Umfang der sportlichen Betätigung für alle Vereinssportler, die die freie Natur als Sportraum nutzen - insbesondere dann, wenn der Fluss zum Paddeln oder Rudern, der Reitweg im Wald oder der Sportflughafen in einem der europaweit ausgewiesenen so genannten NATURA-2000-Schutzgebiete liegt.

Neben der Einhaltung der gebietsbezogenen Regelungen verpflichtet sich der Landessportverband in diesen Vereinbarungen auch zu einer umfangreichen Information sowohl der Sportaktiven als auch der Öffentlichkeit. In zehn ausgesuchten NATURA-2000-Schutzgebieten werden nun sukzessive zur „Vor-Ort-Information“ Tafeln aufgestellt und durch dort ausgelegte Faltblätter zum Mitnehmen ergänzt. Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf betonte bei der Enthüllung der landesweit ersten Informationstafel an der Schleipromenade in Schleswig, dass weitere Tafeln und Informationen in Planung seien, die an „Hot Spots“ des Naturschutzes und des Sports gemeinsam aufgestellt werden sollen, „um so allen vor Ort – den Sportlerinnen und Sportlern, aber auch Besucherinnen und Besuchern des Landes – zu zeigen, was die Natur an diesen Stellen für Besonderheiten vorzuweisen hat. Dies ist vielfach auch von europaweiter Bedeutung, was den besonderen Stellenwert dieser Vorhaben aufzeigt“, betonte Frau Rumpf. Sie dankte zugleich den schleswig-holsteinischen Sparkassen für ihre großzügige Förderung.

Als Ergänzung zu den Informationstafeln nutzt der Landessportverband auch das Internet für sein innovatives Informationsangebot und beschreitet mit der aktuellen Informationskampagne einen neuen Weg: Er bietet erstmalig ein Internet-gestütztes Geografisches-Informations-System an, mit dem Informationen, die bisher nur umständlich über die Nutzung mehrerer Quellen zugänglich waren, gebündelt und zur allgemeinen Verfügung gestellt werden. Das „WEB-GIS“ wurde vom Zentrum für Geoinformation der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelt und auch zukünftig betreut.

Das „WEB-GIS“ wird über die Homepage des Landessportverbandes (www.lsv-sh.de) für die breite Öffentlichkeit aber auch für spezielle Gruppen von Sportlern zugänglich gemacht. „Mit diesen bundesweit einzigartigen Informationssystemen gibt der Landessportverband wertvolle Planungshilfen für sportliche Aktivitäten in der Natur, leistet einen innovativen Beitrag zum Naturschutz und dient damit letztlich auch der Tourismusförderung im Sportland Schleswig-Holstein“, sagte der Präsident des Landessportverbandes, Dr. Ekkehard Wienholtz.

Zur Betreuung der einzelnen Schutzgebiete, die sportlich genutzt werden und dementsprechend durch eine „Freiwillige Vereinbarung“ besonderen Regelungen unterliegen, wurde zudem ein Netzwerk ehrenamtlicher Helfer aufgebaut. Für jede in einem Gebiet ausgeübte Sportart gibt es einen Ansprechpartner (sogenannten „Sportartenvertreter“). Diese Personen verfügen jeweils über eine gute Ortskenntnis und sind in ihrer Sportart „zu Hause“. Einmal jährlich werden der LSV und die Naturschutzverwaltung von diesen „Sportartenvertretern“ darüber informiert, inwieweit die in den FV getroffenen Regelungen eingehalten werden und die Sportaktivitäten die Schutzziele der Gebiete tatsächlich nicht gefährden.